Was “triggert” da?
Somatic Experiencing® wurde in Amerika von Dr. Peter Levine erfunden, weil er mit Menschen, die sehr traumatische Ereignisse erlebt hatten, gearbeitet hat. Er kam drauf, dass unangenehme Situationen immer im Körper(gedächtnis) abgespeichert werden. Landläufig reden wir oft von „Triggern“ – wo wir plötzlich an etwas erinnert werden und der Körper hier ganz stark reagiert. Levine`s Idee geht davon aus, dass es neue Verknüpfungen braucht, damit sich das Nervensystem beruhigen kann.
Raus aus der gefühlten Gefahrenzone!
In der Praxis kommen immer wieder Kinder, die nicht mehr in die Schule gehen wollen, denen vor dem Schulbesuch schlecht wird, die gar nicht in den Bus einsteigen wollen. Was triggert? Die Schule? Der Unterricht? Die Lehrpersonen? Klassenkamerad:innen?
Ich erkläre Kindern immer, dass der Körper viel schneller als der Kopf reagiert. Dann kommen die Gefühle und der Kopf versucht gleich mal zu erklären, warum und wieso. Aber der Körper macht hier einen Punkt. Der Körper hat das Gefühl, dass er in Gefahr ist. Man kann also wie versteinert stehen bleiben oder rennen oder angreifen mit Worten, Zuhauen, … Da hat jeder Körper für bestimmte Situationen eine besondere Strategie.
Wenn die Rahmenbedingungen wie Freunde, … abgeklärt wurden, dann geht es oftmals um die Frage, was der Körper braucht um sich sicher zu fühlen.
In Somatic Experiencing® gehen wir dann spielerisch auf die Suche einem sicheren Ort oder etwas im Außen, das entstresst.
Wir kreieren eine Rüstung
Ist das gefunden, arbeiten ich mit Kindern oft an einer (Schutz-)Rüstung. Wie könnte diese aussehen? Welche Schichten bräuchte sie? Wogegen muss sie schützen können? Gegen Worte kann manchmal eine dicke Mauer schützen oder ein Spiegel an dem es zurückprallt. Meist besteht sie aus verschiedenen Schichten, die wir ausprobieren können.
Diese Bilder werden mit dem Körperempfinden verbunden. Wie spürt es sich an? Wie kann ich mir die Mauer vorstellen, z.B. aus Stein, ganz glatt und rutschig, schwarz mit Giftstacheln dran und ganz oben noch Abwehrarmbrüste … der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Gemeinsam werden diese Schichten mit Seilen, Decken, … zuerst erspürt, dann gezeichnet und natürlich dann gemeinsam mit den Eltern bei kleinen „harmloseren Situationen“ ausprobiert.
Die Eltern sind mit im Boot. Dürfen auch über die eigenen Grenzen und Schutzmechanismen nachdenken und unterstützen.
Braucht die Rüstung nach den ersten Proben noch eine Nachjustizierung, wird das gemacht.
Danach probieren wir es in der Schule. Was passiert jetzt? Wird sie überhaupt noch gebraucht? Hat sich die Haltung verändert? Oder ist es ein Muster in der Klasse, dass jetzt ein anderes Kind herauspickt? In diesem Fall unbedingt mit der Schule sprechen.
Sollten Sie Interesse am Ausprobieren bekommen haben, dann melden Sie sich. Seien Sie neugierig, was sich verändert. Nur gemeinsam wird jede:r stark – nicht eine Person hat ein Problem. Gemeinsam geht es leichter!



