Die Semesterferien nahen …
Die Semesterferien nahen! Doch noch kurz vor diesen “Energieferien” erhalten die Kinder das Halbjahreszeugnis. Es ist die Bewertung des ersten Semesters, eine erste schriftliche Nachricht zum Leistungsstand … doch was tun, wenn die Noten aus Ihrer Sicht nicht passen? Was tun, wenn das Familienleben, die Beziehung zwischen Eltern und Kind dadurch stark belastet ist?
Gerade in solch einer Belastungssituation können Anschuldigungen das Kind sei “faul/unmotiviert/nicht intelligent genug” oder der Partner habe nicht genügend unterstützt, … also Vertrauensthemen im Raum stehen. Das bewirkt Stress. Doch wie kann ich als Elternteil diesen Stress in Motivation und neue Kraft für das zweite Halbjahr umwandeln?
Unser Hirn lernt bei Stress nur bedingt besser, d.h. zum Lernen wird ein Gefühl des Könnens, der Zuversicht gebraucht. Wie können Sie als Eltern den Spagat zwischen Anforderung (Leistungsbereitschaft) und Vertrauen schaffen? Die nächste Generation braucht genauso die Kraft sich Anforderungen des Lebens zu stellen, daher einige Anregungen:
Hilfreiches für mehr “Gelassenheit” …
- Denken Sie kurz an Ihre eigene Lernzeit zurück, wie sind Sie damals mit solchen Themen umgegangen? Wie haben Ihre Eltern diese Herausforderung gemeistert? Wie wurden Sie unterstützt? Was hätten Sie damals gebraucht? Was fiel Ihnen leicht, wo hat Sie damals vielleicht sogar der Mut „verlassen“? Wo konnte die Sympathie zum/zur Lehrer:in motivieren, welches Fach haben Sie persönlich geliebt? Vielleicht haben Sie das auch Ihrem Kind/Jugendlichen weitergegeben?
- Lernen hat sich heutzutage verändert. Wir leben in einer Höchstleistungsgesellschaft. Vielleicht gibt es auch noch Erschwernisse wie ADS, ADHS, Legasthenie, … die zusätzlich Probleme machen. Auch die Situation in den Klassenzimmern ist nicht ruhiger geworden. Welche (teilweise funktionierenden) Strategien hat Ihr Kind hier bereits in Verwendung: der Sitzplatz in der Klasse, der das Zuhören erleichtert oder das Lernen mit Bewegung bzw. Hintergrundmusik oder Belohnungssysteme wie Spiele nach dem erfolgreichen Lernen, … manchen Kindern fehlt bei der Fülle der Aufgaben einfach der Überblick. Vorsicht: Sollte das Kind auch noch krank gewesen sein, könnten hier zusätzliches Nachschreiben, … hinzukommen und als nicht alleine schaffbar eingeschätzt werden!
- Ein weiterer Schritt wäre zu überlegen, in welchen Bereichen Ihr Kind wirklich konkrete Unterstützung braucht und wo es bisher bereits selbst die Verantwortung fürs eigene Lernen übernimmt. Was macht es bereits gut bzw. selbstständig? Besonders in Krisenzeiten ist unsere Sicht eingeschränkt, darum lenken Sie vermehrt den Blick auf jene bereits beherrschten Fähigkeiten! Vielleicht ist jemand aus dem Bekanntenkreis interessiert die Unterstützung in kleinen Anteilen zu übernehmen! Eine nicht so enge Bezugsperson kann meist Ihr Kind anders motivieren!
- Gibt es noch Zeiten am Tag, wo das Thema Noten/Schule nicht den Alltag beherrscht? Also angenehme und entspannte Situationen? Das Thema “Schule” ist nur ein Bestandteil unseres Lebens! Ihr Kind kann wesentlich mehr als die Zeugnisnoten aufzeigen! Vertrauen Sie darauf wie auch der dänische Familientherapeut Jesper Juul oder Gerald Hüther meint, dass Menschen generell lernen wollen, sich interessieren, wenn sie den richtigen Rahmen haben.

In besonders angespannten Situationen kann der Druck in einer Beratung reduziert werden, z.B. durch die Entdeckung neuer Möglichkeiten oder die Klärung von Verantwortlichkeiten. Ich wünsche Ihnen entspannte Ferien und die nötige Gelassenheit, um mit Ihren Kindern Energie für den 2. Teil des Schuljahres sammeln!


